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Verkaufsweg

Direktankauf vs. Maklerverkauf — welcher Weg bringt mehr, wenn man rechnet?

Der Makler verspricht den höheren Endpreis, der Direktankäufer die schnellere Abwicklung. Rechnet man Zeit, Provision, Besichtigungen und Preisrisiko zusammen, kippt der Vergleich je nach Situation. Hier die transparente Gegenüberstellung.

Option A

Direktankauf

Kosten: 0 € Courtage für Verkäufer
Dauer: 3-6 Wochen

Was dafür spricht

  • Verbindliches Angebot in 48 Stunden
  • Keine Maklercourtage (Verkäufer spart 3,57 %)
  • Ankauf im Ist-Zustand — keine Renovierung, keine Entrümpelung
  • Ein Besichtigungstermin statt 10-30
  • Diskret — keine öffentliche Vermarktung
  • Notartermin in 2-4 Wochen planbar
  • Kein Preisrisiko bei langer Vermarktung

Wo die Grenzen liegen

  • Preisniveau 5-15 % unter sanierter Marktspitze (aber oft über realem Verkaufserlös nach Abzug aller Kosten)
  • Nicht jede Objektart wird von jedem Ankäufer bedient
  • Verkäufer muss klar entscheiden können — keine Zwischenlösung

Geeignet für

Zeitkritische Situationen, Sanierungsstau, Erbschaft, Scheidung, Leerstand, Problemmieter, schwierige Zustände.

Option B

Maklerverkauf

Kosten: 3,57 % Courtage vom Verkaufspreis
Dauer: 6-12 Monate

Was dafür spricht

  • Potenziell höherer Verkaufspreis bei makellosem, marktgängigem Objekt
  • Vermarktung über Portale erreicht breite Käuferschaft
  • Makler moderiert Verhandlungen und Besichtigungen

Wo die Grenzen liegen

  • Maklercourtage (geteilt: Verkäufer 3,57 %, Käufer 3,57 %) — effektiver Verkaufserlös 3-4 % niedriger
  • Durchschnittliche Vermarktungsdauer 6-9 Monate
  • 10-30 Besichtigungen mit vielen Zeitdieben und Kaufinteressenten ohne Finanzierung
  • Objekt muss verkaufsfähig sein — Sanierungsstau, Problemmieter, unklare Grundbuchlage blockieren
  • Preisnachlässe nach drei Monaten Vermarktung — typische Rabatte 5-10 %
  • Öffentliche Inserate — keine Diskretion bei Scheidung, Erbschaft, Zwangsversteigerung

Geeignet für

Standardobjekte in gutem Zustand, ohne Zeitdruck und ohne familiäre oder finanzielle Komplikationen.

Direkter Vergleich

Merkmal für Merkmal gegenübergestellt.

MerkmalDirektankaufMakler
Maklercourtage Verkäuferseite0 €3,57 % des Kaufpreises
Durchlaufzeit3-6 Wochen6-12 Monate
Anzahl Besichtigungen1-210-30
Öffentliche SichtbarkeitNullPortale & Straßenschilder
Sanierungsbedarf vorherKeinerOft empfohlen
Preisrisiko bei langer VermarktungKeines5-10 % Nachlass üblich
Potenziell erzielbarer SpitzenpreisMittelHoch bei makellosem Objekt
Ankauf auch bei ProblemmieternJaKaum möglich
Ankauf trotz Erbengemeinschaft-StreitJaNur nach Einigung
Planbarkeit des AbschlussdatumsHochGering
Empfehlung

Wann welcher Weg sinnvoll ist

Bei makellos gepflegten Immobilien in begehrter Lage ohne Zeitdruck kann der Maklerverkauf den höheren Brutto-Preis bringen. Sobald aber Sanierungsstau, Erbschaft, Scheidung, Problemmieter, Leerstand oder Zeitdruck im Spiel sind, kippt die Rechnung zugunsten des Direktankaufs — weil Vermarktungsdauer, Preisnachlässe und Courtage den vermeintlich höheren Makler-Preis auffressen. Ehrliche Rechnung: Maklerverkauf nach 9 Monaten bei 420.000 € − 3,57 % Courtage = 405.000 € netto. Direktankauf nach 5 Wochen bei 395.000 € ohne Courtage = 395.000 € netto. Differenz 10.000 € — aber 8 Monate Zeit, Nerven und Wertverlust eingespart.

Kostenlose Vergleichsrechnung zu Ihrer Situation anfragen

Häufige Fragen

Ist der Direktankauf immer niedriger als ein Maklerverkauf?

Brutto-preislich meist ja — etwa 5-15 % unter dem theoretisch erreichbaren Spitzenpreis. Netto (nach Abzug von Courtage, Sanierungskosten, Leerstandskosten während Vermarktung, Preisnachlässen nach Monaten) wird es bei vielen Situationen vergleichbar oder sogar zugunsten des Direktankaufs verschoben. Wichtig ist eine ehrliche Gesamtrechnung, nicht nur der Kopfzeilen-Preis.

Muss ich beim Direktankauf auf einen Makler ganz verzichten?

Nein. Sie können einen Makler hinzuziehen, der Angebote unterschiedlicher Direktankäufer einholt und für Sie vergleicht. Achten Sie dabei auf die Kostenfrage — bei einem Direktankauf übernimmt typischerweise der Verkäufer die Makler-Gebühr (wenn der Makler von Verkäuferseite beauftragt wurde).

Was kostet mich ein Maklerverkauf wirklich?

In Baden-Württemberg teilen sich Verkäufer und Käufer die Provision meist 50:50, also 3,57 % inkl. MwSt. je Partei. Bei einem Kaufpreis von 400.000 € zahlt der Verkäufer also 14.280 € Courtage. Dazu kommen Energieausweis (200-500 €), Exposé-Fotos (200-800 €), ggf. Home Staging (1.500-5.000 €) und Vermarktungskosten über Portale, falls nicht im Maklerpaket enthalten.

Kann ich beide Wege parallel ausprobieren?

Theoretisch ja. Praktisch kompliziert, weil Makler bei Exklusivverträgen die Provision auch bei anderweitigem Verkauf beanspruchen können. Sauberer: Zuerst Direktankauf-Angebot einholen, dann bewusst entscheiden — mit den 48 Stunden Gültigkeit als Hebel gegenüber dem Makler-Weg.

Welcher Weg rechnet sich für Ihre Situation?

Wir rechnen beide Szenarien mit Ihren konkreten Zahlen durch — kostenlos, unverbindlich, innerhalb von 24 Stunden.

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